3D Audio Podcast
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So klingt das Radio der Zukunft mit 3D Audio im Rundfunk

Inhalt

    basierend auf deinem Podcast zur Geschichte und Zukunft des Radios mit 3D Audio. Von Daniel Gallas in Kooperation mit Martin Rieger von VRTonung

    Irgendwie hat doch jeder von uns ein paar alte Kopfhörer im Schrank rumfliegen – oder ein neues Paar im täglichen Einsatz. Die Technik schreitet so rasant voran, dass man fast gezwungen wird, mit dem Trend zu gehen. 3D Audio ist dabei eines der wichtigsten Neuerungen.

    Ob Apple mit Spatial Audio oder Sony mit Dolby Atmos – es wird mit immersiven Hörgenuss geworben. Ich bin schon ziemlich glücklich darüber, in einer Zeit zu leben, wo der Sound so eine wichtige Rolle spielt. So fühlt es sich bei den Weltraumschlachten von Star Wars so an, als wäre man mitten im Geschehen. Doch das war leider nicht immer so.

    Wie war das nochmal mit dem Radioempfang?

    Wir können uns noch bestimmt alle gut daran erinnern ständig den Radiosender zu suchen und trotzdem hatte man ein leises Rauschen im Hintergrund. Mittlerweile wurden solche technischen Hürden gelöst, aber es hat sich auch der Hörkonsum verändert. Weg von dem klassischen Radio und hin zum Online-Streaming. Dadurch mussten sich auch die Radiosender umorientieren.

    Eine weiterhin beliebte Kategorie sind die Hörspiele. Das wohl bekannteste Hörspiel im Radio war Krieg der Welten. Der Radiosender CBS unterbrach damals im Jahr 1938 die abendliche Tanzmusik für eine Eilmeldung. “Die Marsianer greifen uns an”, hieß es. Dabei unterbrach das Abendprogramm immer wieder für weitere Sondermitteilungen. Dies führte beinah zu einer Massenpanik. Dies zeigt effektiv Storytelling für Audioproduktionen damals schon genutzt werden konnte.

    Was macht 3D Audio im Rundfunk?

    Mithilfe von 3D Audio wäre dieses Hörspiel mit Sicherheit ein noch größeres Erlebnis geworden. Zum Glück lässt sich die 3D Audiotechnik aber nicht nur für Fakenews nutzen, sondern es kann dem Hörer eine ganz neue Perspektive vermitteln. Vielleicht wird Dank 3D Audio in Zukunft wieder häufiger Radio gehört. Ob 3D Audio die Zukunft des Radios wird, erfährst du hier:

    Was aber fehlt, ist eben dieser dreidimensionale Höreindruck, dass man auf einmal auch Töne von oben und von unten hat. Vereinfacht gesagt fühlt sich 3D Audio einfach natürlich an, weil wir Menschen sind es ja schon immer gewohnt, dreidimensional zu hören. Schon unser Leben lang machen wir das und wissen, wie das klingt. Deswegen hilft uns 3D Audio, diesen natürlichen Höreindruck jetzt auch zum Beispiel im Radio zu erleben.

    Die Entwicklung der Tonaufzeichnung

    Die Entwicklung des ersten Radios ist schon über ein Jahrhundert her. Nikola Tesla hat das erste funktionierende Radio im Jahr 1900 entwickelt. 1923 begann dann der Deutsche Rundfunk mit den Worten: „Achtung, Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Voxhaus.“

    Seitdem hat sich die Technik im Laufe der Jahre immer weiterentwickelt. Die erste Aufnahme in Stereo war eine Probe Mozarts Symphonie Jupiter. Audioinhalte in diesem zweikanaligen Format sind für jeden heutzutage ganz normal. Egal ob bei einer Autofahrt in den Urlaub, beim entspannten Musik Streaming unterwegs. Sämtlichen Content genießt man in Stereo.

    Doch seit ein paar Jahren gibt es 3D Audio. Was ist da der Unterschied zu Stereo und wie kann ich es überhaupt anhören? Gibt es Hörbeispiele und Demo Produktionen auch schon im Rundfunk?

    Folgende Absätze basieren auf einem Interview mit Martin Rieger, dem Experten für immersive Medien und 3D Audio. Im Gespräch mit Daniel Gallas, Student an der Universität der Bundeswehr München im Modul Innovation im Journalismus.

    3D Audio Zukunft des Radios

    3D Audio? Was ist der Unterschied zu Stereo?

    Es gibt zwei Möglichkeiten um 3D Audioinhalte anhören zu können. Das eine ist technisch etwas komplex, nämlich über Lautsprecher. Da bräuchte man mehr Lautsprecher, als man das von 5.1 kennt. Zusätzlich zu den sechs Boxen auf dem Boden, hat man nämlich auch noch Lautsprecher an der Decke. Damit hat man den Höreindruck, dass der Ton wirklich aus allen Richtungen kommt.

    Kopfhörer für Radio in 3D

    Aber jetzt ist es technisch auch möglich, diesen Höreindruck auf handelsüblichen Kopfhörern zu erzeugen. Egal ob mit oder ohne Bluetooth – wasserdicht oder nicht. Denn da braucht man ja nur zwei Audio-Kanäle. Wir Menschen haben ja auch nur zwei Ohren und trotzdem können wir räumlich hören. Unser Gehirn rechnet die Schallinformationen zu einem Klangbild zusammen. Und damit wird’s auf einmal spannend, denn man kann Inhalte für ganz viele Leute zugänglich machen über Kopfhörer, das können Musik, Filme, Podcasts oder auch ganz andere immersive Medien sein.

    Man hat mit diesem Raumklang dann über Kopfhörer wirklich das Gefühl, dass der Ton nicht von den Kopfhörern wiedergegeben wird. Sondern irgendwie von außen kommt. Also ein bisschen wie bei den Lautsprechern. Man hat das Gefühl, man sitzt in einer Klangwolke, wenn man so will. Der Ton passiert komplett 360° um uns herum – wie im echten Leben.

    3D Audio Zukunft des Radios

    Radio über Lautsprecher wie Soundbars

    Heute braucht man nicht mehr ganz viele Lautsprecher im Raum verteilt, sondern zum Beispiel gibt es das auch als Sound Bar. Das ist eine Lautsprecheranordnung, wo viele Lautsprecher nebeneinander sind. Die kann man dann zum Beispiel ganz bequem unter dem Fernseher platzieren. Sie haben ganz clevere Algorithmen, die den Raum nutzen, um zum Beispiel die Wand oder die Decke als virtuelle Lautsprecher zu verwenden. Damit der Ton auch wirklich nicht nur von vorne kommt, also vom Fernseher, sondern auch um einen herum projiziert wird, wenn man so will. Wer mehr darüber erfahren will, hier unser Artikel dazu.

    Was ist der Unterschied zwischen Dolby Atmos oder Spatial Audio von Apple?

    3D Audio funktioniert, wie gesagt über ein einfaches Paar Kopfhörer. Da braucht man gar nicht spezielle Geräte von Apple oder sonstigen Anbietern. Aber dann hat man für den 3D Raumklang auch wirklich nur eine Perspektive abgebildet. Es wird bei Dolby davon ausgegangen, dass die NutzerInnen immer eine feste Richtung schauen. Vereinfacht gesagt nutzt Apple die Audioinhalte von Dolby, fügt aber ein eigenes Rendering hinzu. Die Musik auf Amazon Musik klingt also etwas anders als auf Apple Music, obwohl beides immersives audio produziert in Dolby Atmos ist.

    Man kann sich das ein bisschen vorstellen wie im Kino. Da schaut man ja auch nur nach vorne. Und wenn man dann da 3D Audio hat, passiert der Ton um einen herum. Nur dass man eben Kopfhörer trägt und hat trotzdem diesen kinoartigen Surround Sound. Apple Music unterstützt zusätzliches Head-Tracking, Dolby aktuell noch nicht, doch dazu später mehr.

    Die Sprache kommt aber immer von vorne, also dem Center-Lautsprecher. Während Musik meist klassisch von links und rechts vorne kommt. Die Surround- oder Deckenlautsprecher werden v.a. mit Soundeffekten angesprochen. Das können subtile Atmos sein wie ein Wald im Regen, Straßenverkehr. Aber auch actionreiche Szenen mit Explosionen etc. sind beliebte Anwendungen für den 3D Sound.

    Apple ist mit Dolby für Apple Music eine Kollaboration eingegangen, um Musik auch in 3D präsentieren zu können. Auch viele Filme, wie sie etwa auf Disney+ gestreamt werden können funktionieren mit den Apple Kopfhörern. Doch es ist immer eine Frage der Anwendung ob Apple auch Dolby Technologie nutzt oder eine eigene. Daher hier der Überblick:

    Headtracking: Kopferfassung im Alltag

    Erweitern wir unsere 3D Audio Erlebnis nun um eine technologische Stufe. Wir bilden nicht nur den Klangeindruck aus einer Richtung ab, sondern allen möglichen Kopfbewegungen. So hat man auf einmal die Möglichkeit, dass sich der Ton je nach Blickrichtung anpasst. Wer mehr darüber erfahren will, hier unser Artikel dazu.

    Wie kann 3D Audio Navigation im Alltag genutzt werden?

    Und das könnte man zum Beispiel nutzen für die Navigation, dass man eine magische Stimme hört, die sagt “Jetzt links abbiegen.“ Man bewegt sein Kopf und dann kommt die Stimme auf einmal von vorne. Und jeder kennt das. Man kommt aus der U-Bahn, geht nach oben Man hört die Navigations-Stimme “jetzt nach links” sagen. Dann muss man auf sein Handy schauen und fragt sich:

    ja toll, welches Links denn jetzt eigentlich?!

    So kann man über den Ton ein Problem lösen, welches mit visuellen Elementen nur über den Blick auf das Smartphone funktioniert.

    3D Audio wird zum Alltag

    Das genannte Beispiel ist jetzt gar nicht mal Content im Sinne von Musik oder mit Filmen. Aber auch eine schöne Anwendung, wo ich denke:

    Hey, da haben Leute mit 3D Audio einen Mehrwert. Durch das Head Tracking hat das Handy auf einmal ein zweites Bezugssystem. Damit weiß es ungefähr in welche Richtung wir schauen. Und uns im Alltag helfen< Es kann jetzt nicht die Augen wirklich auslesen, also wo genau wir hinschauen. Aber allein die Informationen, welchen Blickwinkel wir gerade haben, kann dann eben auch für den Ton sehr spannend genutzt werden.

    3D Audio Zukunft des Radios

    Welche Vorteile bietet 3D Audio dem Radio der Zukunft?

    Vereinfacht gesagt fühlt sich 3D Audio einfach natürlicher an, weil wir Menschen sind es ja schon immer gewohnt, dreidimensional zu hören. Schon unser Leben lang machen wir das und wissen, wie das klingt.

    Deswegen hilft uns 3D Audio, diesen natürlichen Höreindruck jetzt auch zum Beispiel im Radio zu erleben. Dass man Geschichten viel mitreißender erzählen kann. Dass man wirklich das Gefühl hat, man ist vor Ort oder der sogar Teil des Geschehens. Es ist auch leichter Gesprächen zu folgen, wie ich hier bereits erläutert habe.

    Es gibt auch ein paar öffentlich rechtliche Sender, die damit experimentieren. Aber am Ende des Tages sind es für mich meist leider nur nett gemacht Hörspiele. Aber fast alle hätten auch in Stereo mit gut gemachtem Sounddesign funktioniert.

    Viele nutzen hier eine Software namens Dear Reality um recht wahllos Audioobjekte im Raum umher wandern zu lassen. Dabei werden künstliche Distanzparameter und virtuelle Hallräume seinem Sound hinzugefügt. Aber die Realität besteht eben nicht aus paar Monoquellen im Raum. Mitreißende Audioerlebnisse brauchen immersives Storytelling, das sich die Vorteile von 3D Audio zu Nutze macht. Wer wissen will wie das geht kann mich natürlich unverbindlich kontaktieren.

    Next-Generation Audio im Rundfunk

    Objektbasiertes Audio kann nämlich mehr als nur schönes Sounddesign sein. Wenn man aber dann noch einen Schritt weitergehen will, kommen objektbasierte Audioformate wie MPEG-H 3D Audio zum Einsatz. Solche NGA Audioformate können eben dreidimensionale Informationen enthalten. Aber es können auch Metadaten enthalten sein, die beschreiben: Was ist das denn jetzt genau für ein Objekt?

    Und man stelle sich vor, dass man Fußball schaut und man mag den Kommentator nicht. Das ist für mich das Paradebeispiel, weil man aktuell den Kommentator nicht lauter oder leiser machen kann. Sondern eben nur das ganze Fernsehprogramm lauter und leiser, also die Stereo- oder Surroundmischung vom Sender. Das heißt, wenn man den Kommentator leiser machen will, dann geht auch die ganze Stadion Atmo flöten.

    Wenn man aber die Objekte getrennt hätte, was objektbasierte Audioformate machen können, könnte man hergehen und gezielt den Kommentator schalte ich stumm. Dabei kann ich aber die Stadionatmo weiterhin haben und mit meinen Freunden weiterhin meine unqualifizierten Kommentare machen. So kann sich jeder ein ganz eigenes personalisiertes Fußballerlebnis erschaffen. Und das ist die Stärke, die 3D Audio hat und die eben noch durch objektbasiertes Audio verstärkt wird.

    Fazit 3D Audio im Radio

    Von Mono zu Stereo war ein gewaltiger Schritt. Dieses Format hat sich seit Jahrzehnten etabliert und ist auf allen gängigen Plattformen verbreitet. Von Rundfunk über TV bis hin zu Social Media und Musik-Streaming und Podcasts. Doch die Sprachinhalte liegen meist weiterhin nur als Mono vor, kommen also nur von vorne. Genau wie die anderen Klänge, was für uns Menschen unnatürlich wirkt.

    Film und Musik bieten in 3D Audio jedoch ein ganz neues Erlebnis. Darüber hinaus wird es Alltagsanwendungen geben, bei denen Konsumenten auch den Mehrwert von 3D Audio verstehen. Es geht also weit über ein nice-to-have wie Dolby Atmos hinaus. Die richtigen Inhalte sind entscheidend. Sowie spannende Anwendungsfälle.

    Wichtig ist neben der gestalterisch-kreativen natürlich auch die technische Umsetzung. Ob und wie sich 3D Audio durchsetzt, wird die Zukunft zeigen. Aber ich würde mich kaum wie ein anderer im deutschsprachigen Raum damit beschäftigen, wenn der Erfolg nicht vorprogrammiert wäre.

    Ich helfe gerne dabei das neue Hörerlebnis zu gestalten. Wie das klingt können wir zusammen bei einer unverbindlichen Kontaktaufnahme jetzt herausfinden. Ich freue mich drauf!

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