Zwei Fragen, die im Fördergremium und in der Budgetrunde immer kommen. Beide sind berechtigt, und beide lassen sich beantworten, wenn man vorher überlegt hat, womit. Diese Seite sammelt die Antworten, die bei mir funktioniert haben.
Erstes Gespräch anfragenDie Frage lautet: Wie viele Menschen sehen das am Ende? Und die ehrliche Antwort ist, dass man das für immersive Formate nur schätzen kann. Nicht einmal die großen Anbieter veröffentlichen, wie viele Leute ihre Produktionen wirklich anschauen.
Wer trotzdem eine Zahl nennt, hat sie geraten, und im Gremium merkt das jemand. Was funktioniert, ist die Frage umzudrehen: nicht wie viele, sondern wer, wie lange und mit welcher Folge.
Ein Fachfestival mit zweihundert Leuten aus der Branche kann für ein Projekt mehr wert sein als fünfzigtausend Aufrufe, die nach zwanzig Sekunden weiterklicken. Das ist keine Ausrede, das ist die Rechnung, die bei immersiven Formaten tatsächlich gilt.
Auswahl und Auszeichnungen. Festivals sind eine geprüfte Instanz. Wenn ein Stück in mehreren Ländern läuft und ausgezeichnet wird, ist das eine externe Bewertung, die niemand selbst erzeugt hat.
Verweildauer und Abbruch. Bei immersiven Formaten sagt die Zeit bis zum Absetzen der Brille mehr als jede Reichweite. Sie ist außerdem tatsächlich messbar.
Was danach passiert. Anfragen am Stand, Gespräche, Wiederbesuche. Das ist bei einer Installation die eigentliche Kennzahl.
Zweitverwertung. Dieselbe Produktion als 360-Grad-Fassung, als flaches Video, als Ausschnitt für Social. Wer das von Anfang an einplant, beantwortet die Reichweitenfrage nebenbei.
Diese vier gehören in den Antrag, bevor sie im Gespräch gefragt werden. Nachgereicht wirken sie wie eine Ausrede.
Diese Frage kommt inzwischen häufiger als früher, und sie ist berechtigt. Das Format existiert seit Jahren, also reicht es nicht mehr, es als neu zu verkaufen.
Meine Antwort ist immer dieselbe: Es gibt Inhalte, die räumlich funktionieren und sich flach nicht festhalten lassen. Das deutlichste Beispiel aus der Industrie ist Einarbeitung. Unternehmen drehen gern ein Erklärvideo, damit niemand zum tausendsten Mal erklären muss, wie etwas geht. Es gibt aber Abläufe, die im Raum stattfinden: Man geht irgendwohin, nimmt aus Schublade X das Teil Y und schraubt es so und so zusammen. Von außen sieht man oft gar nicht in das Gerät hinein und versteht deshalb nicht, was darin passiert.
Wenn dein Inhalt so aussieht, ist die Frage beantwortet, ohne dass du über Technik reden musst. Wenn er es nicht tut, solltest du das früh merken. Bei einer Veranstaltung, auf der Menschen auf einer Bühne reden, lohnt räumlicher Ton nicht, und das sage ich auch.
Große Spiele haben Budgets auf Hollywood-Niveau, teils darüber. Deshalb muss sich niemand wundern, dass sie handwerklich so gut sind. Immersive Produktionen können froh sein, wenn sie eine sechs- oder siebenstellige Summe zusammenbekommen. Genau deshalb sind sie meistens kurz, und genau deshalb fragt man sich beim Anschauen manchmal, ob etwas kaputt ist oder so gemeint war.
Ich sage das im Antragskontext bewusst offen, weil es die Erwartung sortiert. Wer für ein Zehntel des Budgets mit einem Spiel verglichen wird, verliert diesen Vergleich immer. Wer stattdessen sagt, was mit dem vorhandenen Geld erreichbar ist und was nicht, wirkt belastbar statt vollmundig.
Beide habe ich beraten, aufgenommen und gemischt.
Angefragt waren zwei Imagefilme, einmal Kreativstadt, einmal Musikstadt. Für mich war schnell klar: Wenn eine Stadt so sehr von Kunst, Geschichte und Musik erzählt, dann darf sie auch räumlich klingen. Die Leitfrage war, ob sich jemand vor dem Bildschirm wirklich so fühlen kann, als wäre er schon da.
Der Nachweis kam am Ende nicht über Aufrufzahlen. Die Filme liefen auf zwanzig Festivals in zehn Ländern und haben fünf davon gewonnen. Das ist die Art Beleg, die ein Gremium akzeptiert, weil sie von außen kommt und sich nicht selbst erzeugen lässt.
Die zweite Auflage einer Kampagne, die VR-Sport erlebbar machen sollte, mit Bundesliga, Tennis und MotoGP. Eine personalisierte Figur führt durch die Handlung und erklärt, was das Angebot leistet.
Für den Ton war der Greenscreen-Tag das eigentliche Problem. Die immersiven Mikrofonarrays, die ich sonst gern nutze, helfen dort nicht, weil sie den Raum des Studios aufnehmen und nicht den des Stadions oder Berggipfels, den man später sehen soll. Dazu extreme Drehorte, von der Umkleide nach dem Spiel bis zum Gipfel.
Warum das hier steht: Diese Produktion beantwortet die Warum-immersiv-Frage über die Sache selbst. Ein Stadion aus der Perspektive mittendrin ist kein Video mit Zusatz, das ist der Grund, warum es das Format gibt.
Ich bin Martin Rieger, Tonmeister aus München, und seit zehn Jahren mache ich nichts anderes als Ton für immersive Medien. Über hundert Projekte, darunter Audi, BMW mit Harman/Kardon, Bugatti, Lufthansa Technik, die Deutsche Zentrale für Tourismus, die Europäische Kommission und Corridor Digital in Los Angeles.
Ich veröffentliche außerdem wissenschaftlich, unter anderem mit der LMU München und der Edinburgh Napier University. Für einen Antrag ist das oft nützlicher als eine weitere Referenzliste, weil es eine überprüfbare Quelle ist.
Zur Budgetseite habe ich eine eigene Seite: Was 3D-Audio in einer Produktion kostet. Zur Förderung: Wie der Ton in den Förderantrag kommt.
Wie du erkennst, ob ein Anbieter das kann, steht auf Woran du erkennst, ob jemand immersiven Ton wirklich kann.
Wir können Martin Rieger als professionellen und kompetenten Partner bei Film- und Audioproduktionen empfehlen.
Die Zusammenarbeit im Rahmen unserer „Sounds of Germany" Kampagne war von der Kreativphase, über die Dreharbeiten bis hin zu Postproduktion äußerst angenehm, das finale Ergebnis erstklassig.
Martin Rieger ist ein echter Experte auf dem Gebiet der dreidimensionalen Audiotechnik.
Er verfügt über ein umfassendes Verständnis sowohl der akustischen als auch der psychoakustischen Aspekte des Klangs.
Das Gremium will trotzdem eine Zahl. Dann nenne die, die du wirklich hast: geplante Spielorte, Laufzeit, Zweitverwertung. Eine belegte kleine Zahl schlägt eine geschätzte große.
Wir haben noch keine Festivals eingereicht. Dann gehört der Einreichplan in den Antrag, mit Namen und Fristen. Das ist eine Absicht, die man prüfen kann.
Reicht nicht ein flaches Video? Oft ja, und dann sage ich das. Die Frage ist, ob dein Inhalt im Raum stattfindet oder nur davor.
Wie messen wir Verweildauer bei einer Installation? Über die Anwendung selbst, wenn man es vorher einplant. Nachträglich geht es nicht, und dann fehlt genau die Zahl, die am meisten wert gewesen wäre.
Wir sitzen nicht in München. Das Gespräch läuft über Google Meet. Der Ort spielt keine Rolle.
Bevor wir über Technik reden, klären wir in einer Viertelstunde das Wesentliche: worum es geht, wer es sehen soll, wann die Frist ist und wer bei euch entscheidet. Danach weiß ich, ob ich der Richtige bin, und du weißt, was du für die Begründung brauchst.
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