Die Experience überzeugt jeden im Raum und trägt trotzdem nur bis zur nächsten Messe. Das liegt selten am Ton und fast immer daran, wie er im Unternehmen verankert ist. Diese Seite handelt von der Verankerung.
Erstes Gespräch anfragenEin Team baut eine immersive Anwendung, führt sie vor, und alle sind begeistert. Danach passiert nichts. Beim nächsten Budgetzyklus steht die Frage neu im Raum, weil niemand aufgeschrieben hat, was sie gebracht hat.
Dahinter steckt ein strukturelles Problem, kein Geschmacksproblem. Das Budget kommt oft aus zwei Töpfen, Marketing und Produkt, und muss deshalb zweimal begründet werden. Wechselt eine Person auf einer der beiden Seiten, friert das Budget ein. Und Referenzfreigaben gibt es in vielen Konzernen inzwischen für niemanden mehr, weshalb der Erfolg nicht einmal nach außen sichtbar wird.
Ich sehe das im Tonstudiobereich gerade sehr deutlich, und bei Marken läuft es genauso. Es werden vier- bis fünfstellige Summen in Technik investiert, Lautsprecher an die Decke geschraubt, in der Hoffnung, dass danach die Kunden kommen und mehr Geld ausgeben. So funktioniert es nach meiner Erfahrung nicht.
Was funktioniert, ist ein Angebot, das an eine Zielgruppe gekoppelt ist. Bei mir sieht das so aus: Coaching verkaufe ich an Tonleute, Beratung an Produktionen, Umsetzung an Marken. Drei verschiedene Sachen für drei verschiedene Leute. Wer nur die Technik kauft, hat einen Raum und keine Antwort auf die Frage, wem er damit was verkauft.
Audi hat sehr viel Geld investiert, um festzulegen, wie die Marke klingt, bis hin zum Heartbeat, den viele kennen. Ich habe für die Marke gearbeitet und mit genau diesem Katalog gearbeitet: Er legt fest, welche Akkorde und welche Instrumente verwendet werden dürfen und welche nicht. Bei Apple ist es nicht anders. Jeder weiß, wie es klingt, wenn ein iPhone entsperrt wird.
Das Niveau existiert also. Was in fast allen dieser Kataloge fehlt, ist der Raum. Definiert ist, wie eine Marke klingt. Nicht definiert ist, wo sie klingt, was passiert, wenn sich jemand umdreht, und wie sie sich anfühlt, wenn man mitten drin steht statt davor.
Was soll das Ergebnis intern beweisen, und wer muss es hören? Wenn nur der Vorstand es hört, ist es ein Vorstandsprojekt, kein Produkt.
Wie viel Zeit hat ein Besucher wirklich? Auf einer Messe sind es zwei Minuten pro Person. Alles, was länger braucht, um zu wirken, wirkt dort nicht.
Bekommen wir eine Referenzfreigabe? Falls nicht, muss der interne Nachweis von Anfang an mitgeplant werden, weil es später keinen gibt.
Wer kommt an die Sounddaten? An das Klangmaterial des eigenen Produkts zu kommen ist in großen Unternehmen regelmäßig der schwierigste Teil des ganzen Projekts. Das ist eine Frage der internen Freigaben, nicht der Technik. Wer sie zu spät stellt, verliert Wochen.
Der Reflex lautet, dass mehr Räumlichkeit besser ist. Bei einer bezahlten Kampagne an der Rennstrecke habe ich dieselbe Vorbeifahrt zweimal aufgenommen, einmal mit einem normalen Mikrofon und einmal räumlich. In der Mischung war die räumliche Aufnahme streckenweise zu weit weg. Werbung will das ganz Präsente, ähnlich wie ASMR.
Genommen habe ich am Ende aus beiden. Das ist keine Kompromisslösung, sondern die Antwort auf die Frage, was das Stück erreichen soll. Wer das nicht trennt, verkauft ein Verfahren statt einer Wirkung.
Der zweite Punkt, den ich Marken früh sage: Eine Vorführung braucht heute keinen Messestand mehr. Räumlicher Ton funktioniert über ganz normale Kopfhörer, und das heißt, ihr könnt ihn im Videocall zeigen, an Leute, die sonst nie zu eurem Stand gekommen wären. Für Beispiele, die live ein Dutzend Lautsprecher gebraucht hätten, ist das ein erheblicher Unterschied.
Beide habe ich beraten, aufgenommen und gemischt.
Ein völlig neues Fahrzeug sollte Sammlern, VIPs und Medien vorgestellt werden. Das Kernproblem war, dass niemand eine Erinnerung an dieses Produkt haben konnte. Es gab keine emotionale Verbindung, und trotzdem sollte sich der Moment historisch anfühlen.
Der Ton wurde zum tragenden Element statt zur Begleitung. Originalaufnahmen des Motors unter realen Bedingungen am Prüfstand in Italien, präzise mikrofoniert, um Kraft und Geschwindigkeit hörbar zu machen. Darauf ein dramaturgischer Aufbau aus Spannung, Verdichtung und Auflösung, abgestimmt mit Licht und Choreografie.
Im Saal war es still und konzentriert. Das Instagram-Reel mit diesem Sound kam auf rund 5 Millionen Aufrufe, der Eventfilm auf rund 15 Millionen.
Ein Schweizer Energieversorger wollte keine Werbung, sondern etwas, das man sich freiwillig anhört. Die Schwierigkeit lag im Inhalt: Werte wie Nachhaltigkeit und Innovation sind als Behauptung wertlos. Sie mussten in einer Geschichte aufgehen, statt vorgetragen zu werden.
Entstanden ist ein Hörspiel in räumlichem Ton, in dessen Handlung die Werte eingebaut sind. Ich halte dieses Format für eine der tragfähigsten Antworten auf die Frage, wie sich mit räumlichem Ton Geld verdienen lässt, ohne von Film- oder Musikproduktion abzuhängen. Der Nachweis ist einfacher als bei einer Messeinstallation, weil Hördauer und Abschlussquote messbar sind.
Ich bin Martin Rieger, Tonmeister aus München, und seit zehn Jahren mache ich nichts anderes als Ton für immersive Medien. Über hundert Projekte, darunter Audi, BMW mit Harman/Kardon, Bugatti, Lufthansa Technik, die Deutsche Zentrale für Tourismus, die Europäische Kommission und Corridor Digital in Los Angeles.
Ich arbeite dabei auf beiden Seiten: für Marken an konkreten Umsetzungen und für Hersteller als Berater, wenn es um die Einordnung von Verfahren und Anwendungsfällen geht.
Wie sich prüfen lässt, ob eine Umsetzung wirklich trägt, steht auf Ob das Spatial Audio in deinem Produkt etwas taugt. Zur Vorführung: Räumlichen Ton in zwei Minuten hörbar machen.
Martin ist Experte für räumliches Audio und verfügt über ein tiefgreifendes Verständnis der Technologie und ihrer Auswirkungen auf das Hörerlebnis. Er hat eine klare Vorstellung von den Anwendungsfällen und deren zukünftiger Entwicklung.
Es war ein faszinierendes Gespräch, das uns bei der Rückmeldung an unsere Kunden helfen wird.
Ihre Notizen und die Nachbereitung sind hervorragend, wir schätzen die Zeit, die Sie für Ihre Überlegungen aufgewendet haben.
Wir haben mit Immersive noch keinen Cent verdient.
Das höre ich oft, und meistens fehlt nicht die Technik, sondern die Kopplung an ein Angebot. Die Frage ist, wem ihr damit was verkauft, nicht wie räumlich es klingt.
Dann wird sie vorgeführt statt erklärt. Räumlicher Ton lässt sich in zwei Minuten hörbar machen, und danach ist die Erklärung deutlich kürzer.
Legt vor dem Projekt fest, was gemessen wird: Verweildauer, Wiederkommen, Gesprächsanlässe am Stand, Abschlussquote nach der Vorführung. Ohne diese Festlegung endet jede Diskussion beim Geschmack.
Häufig, gerade in der Industrie. Dann planen wir den internen Nachweis mit ein, damit euer Team etwas in der Hand hat.
Das Gespräch läuft über Google Meet. Der Ort spielt keine Rolle.
Bevor wir über Technik reden, klären wir in einer Viertelstunde das Wesentliche: worum es geht, wo es laufen soll, wann es fertig sein muss und wer bei euch entscheidet. Danach weiß ich, ob ich der Richtige bin, und du weißt, was es braucht.
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