Am 16. September 2026 stellt das XR Bavaria Meetup drei immersive Video-Formate nebeneinander, im XR HUB Bavaria in München. Martin Rieger übernimmt den Teil, der sonst in den Schnitt verschoben wird: den Ton. Ab 18:30 Uhr.
Ein Begriff, viele Objektive. Immersive Video meint bei jedem etwas anderes: Stereoskopie, 180 Grad, 360 Grad, und dann noch für die Brille oder für den Dome. Die Formate teilen sich einen Namen und verhalten sich beim Produzieren wie beim Anschauen völlig unterschiedlich. Ob eine Szene am Ende immersiv wirkt, entscheidet sich nicht dadurch, dass eine spezielle Kamera auf dem Stativ steht.
Das VR, AR und 360° Video Meetup München läuft seit Oktober 2015 und ist auf über 1.400 Mitglieder gewachsen. Veranstalter ist der XR Bavaria e.V., Ort ist das XR HUB Bavaria auf der Museumsinsel, der bayerische Knotenpunkt für Extended Reality.
Diese Ausgabe bleibt nicht bei der Technik zum Anfassen und Durchschauen. Es geht genauso darum, was damit erzählt wird und wie, aus Projekten, die die Sprecher tatsächlich ausgeliefert haben.
Der Abend richtet sich an Filmemacher:innen, Producer:innen, XR-Entwickler:innen und Agenturen, die vor der Frage stehen, welches immersive Format zum nächsten Projekt passt. Danach ist Zeit zum Ausprobieren, zum Austausch und für ein Getränk.
Die Plätze sind begrenzt. Sichere Dir Deinen Platz beim XR Bavaria Meetup und komm auf die Museumsinsel.
Eine Kamera, die 360 Grad aufnimmt, überlässt dem Publikum die Entscheidung, wohin es schaut. Der Ton ist das, was diese Entscheidung trifft.
Martin misst das, statt es zu behaupten. Zuletzt 2025 mit der Edinburgh Napier University: 21 Personen bekamen dieselben Clips einmal in 360° und einmal flach in 2D. 58 Prozent entschieden sich für die 360°-Fassungen gegenüber 38 Prozent für 2D, und 76 Prozent nannten präzise im Raum platzierte Klangquellen ausdrücklich als Grund. Vorgestellt auf der Audio Mostly 2025 in Coimbra.
Belegt ist der Effekt schon länger. 2018 hat er gemeinsam mit Sylvia Rothe von der LMU München zwei Gruppen dieselbe Episode einer 360°-Dokumentation sehen lassen, eine mit head-getracktem räumlichem Ton, eine mit einem flachen binauralen Downmix, der bei Blickrichtung nach vorne identisch klang. Aus den Blickdaten der Brillen entstanden Heatmaps. Die räumliche Gruppe erzeugte 99 Blick-Hotspots gegenüber 149 in der flachen Gruppe, die Aufmerksamkeit kam also zur Ruhe statt zu wandern. Die flache Fassung enthielt bereits Rauminformation, der gemessene Unterschied ist damit die Untergrenze und nicht der Bestfall.
Der zweite Effekt ist jedem 360°-Produzenten schon begegnet. Ohne räumliches Rendering lässt sich eine Stimme nicht lokalisieren. Das Publikum kann nicht unterscheiden, ob jemand in der Szene spricht oder darüber, und Personen ohne visuelle Repräsentanz werden im Mix zu Geistern. Das ist ein Erzählproblem, lange bevor es ein technisches ist.
Teuer wird davon nichts, wenn es geplant ist. Sitzt Martin vor dem Dreh mit am Tisch, liegt der Aufwand für immersiven Ton nicht wesentlich über einer flachen Produktion. Teuer wird die Variante, in der nachträglich repariert wird, weil dann wartende Crews Geld kosten.
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