Die Lufthansa Group hat ihren ersten Dreamliner vorgestellt, und zwar an zwei Orten gleichzeitig: in einem Hangar am Flughafen Frankfurt und parallel in München, verbunden über einen Livestream. Ich habe zusammen mit Giovanni die Musik und das Sounddesign für den Abend produziert.
Das Konzept hieß Runway. Vom Hangartor führte ein beleuchteter Laufsteg quer durch die Halle direkt auf das Flugzeug zu, links und rechts ansteigende Tribünen. Die Gäste kamen also über die Landebahn herein und saßen dann um sie herum.
Ein Hangar ist gebaut, um ein Flugzeug hineinzustellen. Blech, Beton, viel Volumen und eine Nachhallzeit, die weder Sprache noch Musik entgegenkommt. Dazu ein Ablauf, der auf die Sekunde sitzen muss: Countdown, Lichtshow, das Flugzeug rollt herein. Wenn der Ton dort hinterherhinkt, zerfällt genau der Moment, auf den der ganze Abend zuläuft.
Die Hauptshow lief eine Stunde. Darin: ein Countdown, der die Gäste auf die Plätze führte, ein virtueller Take-off als Auftakt, Ansprachen von Carsten Spohr und Boeing-Chef Stan Deal mit symbolischer Schlüsselübergabe, dazu Crew-Berichte vom Überführungsflug aus Seattle. Zwischendurch wurde live zwischen Frankfurt und München umgeschaltet.
Für all das haben Giovanni und ich die Musik geschrieben, nicht aus einer Bibliothek zusammengesucht: den Countdown, die Übergänge zwischen den Programmpunkten, die Betten unter den Moderationen und die Soundeffekte für die Bühnenmomente. Am Audiokonzept habe ich mitgearbeitet, die Mischung habe ich gemacht.
Der visuelle Höhepunkt war ein Line-Art-Mapping auf dem gesamten Rumpf, in dem die Gesichter der Gäste aus beiden Städten auftauchten. Solche Bilder brauchen einen Klang, der mit ihnen wächst und nicht nur darunter liegt.
Einer der Momente, an die sich die Leute hinterher erinnert haben, war nicht geplant. Wir haben dem Moderator einen Gag in die Hand gegeben, mit dem er den Hangar dazu gebracht hat, gemeinsam das Riff von Seven Nation Army zu singen. Aus zweitausend Einzelpersonen wurde für eine Minute ein Publikum.
Solche Momente lassen sich nicht in der Postproduktion herstellen. Man kann sie nur vorbereiten und im richtigen Augenblick auslösen.
Ich war in der heißen Phase vor Ort. Ein Ablauf dieser Größe verändert sich bis zur letzten Probe, und was am Vortag noch gepasst hat, ist nach einer Änderung im Regieablauf zu lang oder zu kurz. Also habe ich im Hangar weiter produziert und die neuen Fassungen direkt in die laufende Probe gegeben.
Das ist der Unterschied zwischen Musik abliefern und Musik betreuen. Wer nur Dateien schickt, merkt erst am Eventabend, dass ein Übergang nicht mehr passt.
Rund 2.500 Menschen haben den Abend an beiden Standorten gleichzeitig erlebt, dazu kam ein weltweiter Livestream für alle, die nicht vor Ort sein konnten. Die Produktion wurde beim BrandEx Award eingereicht.
Federführend war Eisele Communications, für Visualisierung und Projection Mapping war Stein Communication verantwortlich, dazu VOSS+FISCHER. Mein Anteil: Musik, Sounddesign, Mischung und die Betreuung während der Proben.
Musik, Sounddesign und Betreuung aus einer Hand, von der Konzeption bis zur letzten Probe.
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