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MPEG-H Audio ist ein ISO-standardisierter Audio-Codec für Next Generation Audio. Er transportiert kanalbasierte, objektbasierte und szenenbasierte Inhalte im selben Bitstrom, und er lässt den Zuschauer die Mischung zu Hause verändern. Anders als die meisten räumlichen Audioformate ist er kein Marketingbegriff, sondern ein Codec, und damit eines der wenigen Dinge in diesem Feld, die sich sauber vergleichen lassen.
Hinweis: Der erste Entwurf dieses Artikels kam aus einer KI. Ich habe ihn neu geschrieben und den Verbreitungsstand aktualisiert, denn das meiste, was online über MPEG-H steht, ist mehrere Jahre alt.
MPEG-H Audio ist ein ISO-Standard aus derselben Familie wie MP3, MPEG-4 und AVC/H.264, entwickelt bei Fraunhofer IIS. Er unterstützt kanal-, objekt- und szenenbasierte Übertragung sowie beliebige Kombinationen davon, dazu Interaktivität und Personalisierung.
Die letzten beiden Wörter sind der Punkt. Mit MPEG-H kann der Sender den Kommentar als eigenes Objekt schicken und dich entscheiden lassen, ob du ihn leiser drehst. Das ist keine Eigenschaft der Lautsprecheranordnung, sondern eine Eigenschaft des Bitstroms.
Nein, und an dieser Verwechslung scheitert der ganze Vergleich. MPEG-H Audio ist ein Audio-Codec. Dolby Atmos dagegen ist ein Überbegriff für Dolbys immersives Klangerlebnis, das über verschiedene Codecs übertragen wird: Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, AC-4.
Wer Dolby Atmos liest, weiß deshalb nicht, welcher Codec dahintersteckt, der alte E-AC-3 oder der neue AC-4. Technisch sauber vergleichbar ist nur MPEG-H gegen AC-4.
Hier unterscheidet sich MPEG-H von Formaten, die vor allem in Pressemitteilungen existieren. Es ist in vier Fernsehstandards integriert: ATSC, DVB, TTA in Korea und SBTVD in Brasilien.
Südkorea, Mai 2017. Der erste Next-Generation-Audio-Codec, der für einen 4K-UHD-TV-Dienst eingeführt wurde. Große Ereignisse sind oft Sprungbretter für neue Technologien, und die Olympischen Spiele 2018 in Pyeongchang gelten als wichtiger Schritt. Auch Rock in Rio und der Eurovision Song Contest wurden bereits in MPEG-H übertragen.
Brasilien, jetzt. Das ist der härteste Beleg dafür, dass MPEG-H kein Laborformat ist. Brasiliens TV-3.0-Standard wird als DTV+ vermarktet und schreibt MPEG-H Audio als einziges Audiosystem vor. Präsident Lula hat DTV+ am 27. August 2025 per Dekret als künftiges Fernsehformat des Landes festgeschrieben. Globo startete im April 2025 in Rio de Janeiro die erste Pilotstation, und im Juni 2026 ging DTV+ vom Pilot- in den kommerziellen Regelbetrieb, bewusst terminiert auf die Fußball-Weltmeisterschaft. Globo sendet seitdem 24/7 in Rio de Janeiro, São Paulo und Brasília, weitere Regionen folgen. Rede Amazônica und TV Cultura fahren ebenfalls durchgehende MPEG-H-Dienste und nutzen dabei besonders die Personalisierungsoptionen.
Zwei Details mit Hebelwirkung. Der DTV+-Standard verlangt, dass jeder Empfänger MPEG-H Audio über HDMI unterstützt, und erste Geräte von Aquário, Intelbras und Vivensis stehen im brasilianischen Handel. Und neben MPEG-H schreibt DTV+ auch VVC, MPEG-5 LCEVC und ATSC-3.0-Transport vor.
In China wird das Format in einem neuen Übertragungsstandard ebenfalls eingeführt.
Das DVB-Konsortium hat beschlossen, genau zwei Next-Generation-Audio-Formate zu unterstützen: Dolby AC-4 und MPEG-H. Beide können mehrkanalige und objektbasierte Inhalte und kommen mit vergleichsweise geringer Bandbreite aus.
Der große Vorteil objektbasierten Audios ist dabei die Kanalunabhängigkeit, weil das Rendering erst im Wiedergabesystem des Endnutzers stattfindet. Systeme mit NGA-Unterstützung brauchen dafür einen passenden Decoder. Gesteuert wird das über Metadaten, die als separate Spur übertragen werden und Informationen über Lautstärkeverhältnisse, Positionen der Audioobjekte und Interaktionsparameter enthalten. Als Rahmen dafür dient das Audio Definition Model.
| Funktion | Was das zu Hause bedeutet |
|---|---|
| Dialog-Anhebung | Die Stimme gegen Publikum oder Musik lauter ziehen |
| Audiodeskription | Ein eigenes Barrierefreiheits-Objekt, kein eigener Kanal |
| Mehrere Sprachen | Im Empfänger ausgewählt, nicht in der Übertragung festgelegt |
| Objektpositionierung | Ein Objekt verschieben, etwa den Kommentar |
| Immersive Wiedergabe | Gerendert auf das vorhandene Lautsprecher-Layout oder auf Kopfhörer |
Nichts davon setzt ein bestimmtes Lautsprecher-Setup voraus, und genau das ist der Punkt. Derselbe Bitstrom bedient eine Soundbar, einen 7.1.4-Raum und ein Paar Ohrhörer.
Die MPEG-H Authoring Suite von Fraunhofer deckt die Produktions-, Auslieferungs- und Wiedergabekette ab. Die Werkzeuge, denen du begegnest:
Im Author Tool wird die Personalisierung definiert: Dialogtrennung, Audiodeskription, mehrere Sprachen, interaktive Objektpositionierung. Und zwar unabhängig von der Lautsprecherkonfiguration am Ende der Kette.
Hier ist das Bild dünner. AC-4 und MPEG-H sind bei verschiedenen Streamingdiensten im Einsatz, bisher aber nur wegen des immersiven Aspekts und nicht wegen der Interaktivität. Das noch überschaubare Angebot an 3D-Musik gibt es meist nur gegen Aufpreis zum normalen Abo, und außer Kopfhörern existieren wenige Produkte, die Next Generation Audio überhaupt abspielen können.
Ehrlich zusammengefasst: Die Stärke von MPEG-H liegt im Rundfunk, und die Musikgeschichte wartet noch auf einen Grund zu existieren. Für die Musikseite siehe Dolby Atmos und den ausführlichen Vergleich MPEG-H gegen Dolby Atmos.
MPEG steht für Moving Picture Experts Group, eine Untergruppe der ISO. MPEG-H ist deren Medientransport- und Codierungspaket, der Audioteil davon heißt MPEG-H 3D Audio.
Die Frage ist schlecht gestellt, weil Atmos ein Erlebnis-Label und MPEG-H ein Codec ist. Gegen AC-4 ist das Unterscheidungsmerkmal von MPEG-H, wie weit Interaktivität und Personalisierung gehen, und dass es ein offener ISO-Standard ist statt eines lizenzierten Ökosystems.
Nur vereinzelt. DVB unterstützt es, europäische Sender sind aber weitgehend bei den bestehenden Formaten geblieben. Die Regeldienste laufen in Südkorea, Brasilien und zunehmend China.
Der MPEG-H VVPlayer aus Fraunhofers Authoring Suite. Er spielt encodierte MPEG-H-MP4-Dateien mit oder ohne Video ab, damit du ein Master vor der Auslieferung prüfen kannst.
Einen Decoder, ja. In Brasilien erzwingt der DTV+-Standard das, indem er von jedem Empfänger MPEG-H über HDMI verlangt. Anderswo hängt es vom Gerät ab.
Es kann objektbasiert sein. Es unterstützt kanal-, objekt- und szenenbasierte Inhalte und Kombinationen aller drei in einem Strom. Diese Flexibilität ist der Grund, warum Rundfunkanstalten es gewählt haben.
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