Martin Rieger next to the Eddie and I competition banner at Venice Immersive 2025

Venice Immersive 2025: Zwei Projekte im Wettbewerb

27.08.2025 - 06.09.2025
10:00 Uhr
Isola del Lazzaretto Vecchio, Lido di Venezia

Vom 27. August bis 6. September 2025 lief auf dem Lido di Venezia das 82. Internationale Filmfestival von Venedig. Zwei Projekte, für die ich den Ton gemacht habe, liefen im Programm von Venice Immersive.

Venice Immersive ist die XR-Sektion des Festivals und liegt auf einer eigenen Insel, der Isola del Lazzaretto Vecchio, erreichbar nur per Shuttleboot. Im Wettbewerb 2025 standen 30 immersive Projekte, dazu Biennale College, Best of Experiences und Best of Worlds außer Konkurrenz.

Die zwei Projekte

Eddie and I von Maya Shekel lief in der Competition. Du spielst Eddie, eine weiche Fantasiefigur, und triffst Ron, einen gehörlosen Jungen. Zwischen Euch gibt es keine gesprochene Sprache. Über Handtracking lernst Du Gebärden, und der Ton muss die Nähe tragen, die sonst Worte herstellen. Neben der räumlichen Mischung steht komponierte Musik.

Die traurige Geschichte der kleinen Maus, die jemand werden wollte ist eine dunkle Weihnachtsfabel in täuschend niedlicher VR. Es ist 3D-Animation, das heißt, es gibt überhaupt keinen Produktionston. Jeder Schritt, jedes Fiepen, jede Note wurde von Grund auf gebaut.

Was ich dort tatsächlich gehört habe

Den Teil mit dem roten Teppich kann jeder beschreiben. Interessant war für mich, an gut dreißig Stationen hintereinander die Kopfhörer aufzusetzen.

Viele Projekte sahen bemerkenswert aus und liefen in Stereo. Keine räumliche Mischung, kein Grund dafür, dass das Bild 360 Grad hat. Eines davon war als musikalisches Erlebnis angekündigt. An einer anderen Station hat mir eine Assistentin die Kopfhörer selbst aufgesetzt, verkehrt herum. Wenn mir das mit Pressebadge passiert, hat vermutlich ein guter Teil der Besucher sie den ganzen Tag falsch getragen, und das hebt jede räumliche Mischung darunter still wieder auf. Einige Apple-Vision-Pro-Demos liefen ganz ohne Kopfhörer.

Das ist kein Technikproblem. Jede dieser Arbeiten hatte Budget und Team, um es richtig zu machen. Der Ton war nur nicht früh genug Teil der Planung, und wenn er am Eingang zur Hardwarefrage wird, ist es längst zu spät.

Warum das für immersive Arbeiten zählt

Eine XR-Arbeit ist eines der wenigen Formate, bei denen das Publikum vom Ton nicht wegschauen kann. Den Kopf kann man von jedem Teil des Bildes abwenden, die Mischung folgt trotzdem. Genau deshalb gehört sie ab der ersten Woche in Zeitplan und Budget, nicht in einen Slot am Ende.

Mehr dazu, wie ich das angehe: Ton für immersive Produktionen.

Hier findest Du mehr Artikel auf meinem Blog
Diese Webseite verwendet Cookies. Wenn Sie diese Webseite weiterhin besuchen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies zu. Mehr dazu finden Sie in meiner Datenschutzerklärung.
Notwendige Cookies
Tracking
Alles akzeptieren
oder Auswahl speichern