Für den Messestand von Physik Instrumente auf der Laser World of Photonics in München habe ich das komplette Sounddesign und die Ambisonics-Mischung gemacht. Die VR-Experience spielt im Weltraum. Auftraggeber war Stein Communication.
PI baut Steuerspiegel-Systeme, die Laserstrahlen zwischen Satelliten auf Kurs halten. Das ist erklärungsbedürftig und auf einem Messestand schwer zu zeigen. Die VR-Experience macht daraus eine Reise: Tausende kompakter Satelliten gehen in den niedrigen Erdorbit, jeder mit Technik von PI an Bord, die Vibrationen, Temperaturschwankungen und Bahnänderungen ausgleicht, damit die Laserstrahlen über hunderte Kilometer treffen.
Wer die Brille aufsetzt, ist mittendrin statt vor einem Datenblatt.
Das ist die gestalterische Kernfrage bei so einem Stoff. Physikalisch trägt Vakuum keinen Schall, also könnte man alles stummschalten. Das wäre korrekt und würde niemanden bewegen.
Der andere Weg ist Star Wars: Triebwerke, die dröhnen, Laser, die zischen. Das kennt jeder, und genau deshalb funktioniert es hier nicht. PI ist ein Präzisionshersteller, kein Blockbuster.
Der Ton liegt dazwischen. Er bleibt abstrakt und flächig, arbeitet mit Bewegung statt mit Krach, und lässt die Musik dort aufgehen, wo das Bild groß wird. Majestätisch, aber nicht laut.
Auf einer Messe konkurriert der Ton mit allem: Nachbarstände, Durchsagen, Gespräche zwei Meter weiter. Wer dort eine leise, feine Mischung abliefert, verliert. Wer zu laut mischt, ermüdet die Leute nach zwei Minuten.
Dazu kommt, dass die Besucher unterschiedlich lange bleiben und die Experience mitten am Tag ohne Einweisung starten. Der Einstieg muss sofort tragen.
Gemischt habe ich in Higher Order Ambisonics, so wie bei allen räumlichen Projekten. Die Quest gibt das nicht in voller Auflösung aus, dort war TBE das Maximum, ein hybrider Ansatz mit Higher-Order-Anteil.
Das ist kein Kompromiss, den man beim Rendern macht, sondern eine Entscheidung, die in die Mischung gehört. Wer in hoher Ordnung arbeitet und am Ende auf das herunterrechnet, was die Brille kann, behält die Kontrolle darüber, was dabei verloren geht. Wer von vornherein niedrig mischt, merkt es nur nicht.
Der Stand kombinierte Touchscreens, Augmented Reality auf Tablets und die VR-Reise in den Weltraum zu einem Auftritt, der eine erklärungsbedürftige Technologie erlebbar macht. Umgesetzt hat ihn Stein Communication mit einem Team aus Konzeption, Architektur, App-Entwicklung, Animation und 3D.
Mein Anteil: Sounddesign und die Ambisonics-Mischung für die Brille.
Räumlicher Ton für VR und Installationen, von der Konzeption bis zur Fassung, die auf der Zielhardware wirklich funktioniert.
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