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Wie gut Musik und VR für Klima und Barrierefreiheit sind

Inhalt

    VR ist gut für das Klima

    Diese ByteFM Sendung wird präsentiert von Sophia Fischer. Im Interview:

    • Christoph Spinger, VR-Nerds
    • Martin Rieger, VRTonung
    • Michaela Pňačeková, Symphony of Noice
    Fortsetzung von Teil 1

    Damit ist nicht nur das Klima vor Ort oder zu Hause gemeint, sondern tatsächlich das Klima im globalen Sinne. Ich war letztens bei der Musikveranstaltung "M for Montreal" und da wurde recht ernst für den Klimawandel diskutiert. Auch Künstler machen sich sorgen, um den Fußabdruck, den sie hinterlassen und sind bemüht CO2-neutral zu reisen.
    Spätestens hier sollten doch auch einige Konzert-Freunde und Live-Weltmusik LiebhaberInnen aufhorchen, weil Martin sagt:

    “Künstler reisen wahnsinnig viel herum und machen das gezwungenermaßen für Konzerte auf dem ganzen Planet. Wie wäre also, wenn man statt vielen kleinen, einfach ein großes Konzert macht und das zum Beispiel in VR überträgt in komplett digital veranstaltet? Man könnte darüber hinaus den Raum nicht nur voll ausreizen, nehmen wir an, wir sind in einem Stadion wo vielleicht 100.000 Leute reinpassen. In VR könnte man ja virtuell noch viel mehr Leute den Zugang ermöglichen. Das heißt, man könnte mehr Tickets verkaufen, als physisch Menschen in dieses Venue reinpassen würden.” An dieser Stelle einmal Coldplay – Paradise abspielen.

    Ja gut, aber trotzdem reibt sich die Konzert-Industrie, natürlich dafür schon mal ordentlich die gierigen Hände warm. Was, da wollen noch mehr am Laufsteg der Rolling Stones stehen? Bitte gern, hereinspaziert, 100 Millionen Euro mehr für uns.

    VR inclussion accessibility

    Barrierefreies Konzerterlebnis für alle

    Aber man muss dennoch sagen, dass so eine Technik auch einen inklusiven Aspekt haben kann, betont auch Martin.

    “Es kann nicht jeder sein Haus ohne Weiteres verlassen, da ist man ja auch schon beim Thema Barrierefreiheit. Mit VR macht man Leuten Musikkonzerte zugänglich, dessen Besuche für uns selbstverständlich sind. VR wird ja oft vorgeworfen, isolierend zu sein, doch gerade in Zukunft wird SocialVR ein noch viel größeres Thema und damit können noch mehr Menschen teilnehmen.”

    Hinzu kommt, dass wenn man davon ausgeht, dass VR wirklich massentauglich und somit auch erschwinglicher wird, auch Leute auf Konzerte gehen könnten, die jetzt nicht in der Lage sind, sich andauernd Tickets, Anreise und vielleicht sogar noch Übernachtungskosten zu leisten. Außerdem käme man auch so mal zu Shows, zu denen man in der realen Welt vielleicht nicht so leicht Zugang bekäme. Wie großen Verleihungen, den Grammys zum Beispiel, aber auch Festivals in weiter Ferne oder ganz exklusiven Weltmusik Shows in einer intimen Atmosphäre. Für solche Veranstaltungen muss man ja, neben den astronomischen Kartenpreise, schon einiges berappen um dorthin zu kommen. Mit VR vielleicht kein Problem mehr. Und, dir fliegt niemand mehr, während eines Festivals Erlebnisses, sturzbetrunken ins Zelt.

    virtual realtiy vs reality

    Virtuell oder nicht, welche Realität ist besser?

    Aber ist das jetzt wirklich das Gelbe vom Ei? Klar, auf Leute, die einen Anrempeln, darauf kann man verzichten, aber verliert man nicht einen bedeutenden Teil dessen, was so ein Konzert ausmacht? Entgehen, allein im Wohnzimmer stehend, nicht die Gefühle, das Brummen des Basses in der Brust, die vorfreudig glühende Hitze, alle erwartungsvoll um ein herumstehendend, der Geruch von Extase verloren? Ich habe schon erlebt, wie Schweiß von der Decke tropfte, so wild war das, was auf und vor der Bühne passierte. Muss man jetzt nicht mögen, aber ein Konzert ist doch ein multisensorisch stimulierendes Erlebnis oder nicht? Vielleicht muss man das aber auch gar nicht alles so schwarz und weiß sehen, eher sowohl als auch, wie Christoph Spinger.

    “Manche Menschen können auch aus gesundheitlichen Gründen nicht auf Konzerten oder so. Denen kann ich dann halt die Möglichkeit geben, dazu zu kommen aber es wird natürlich in nächster Zeit nicht das reale Erlebnis ersetzen können. Vielleicht gibt es ja Leute, die mehr Bock haben auf VR haben, weil sie dann halt gerade keine Leute ertragen müssen. Aber für viele gehört das glaube ich dazu einfach, so ein Gemeinschaftsgefühl zu haben und das kann ich in Videospielen einfach nicht so gut transportieren, wie im echten Leben.”

    Eine friedliche Koexistenz von virtueller und echter Welt, das ist erstrebenswert, denkt auch Martin.

    “Ich denke man kann beide Zielgruppen damit gut bedienen. Die Leute, die Musik vielleicht eher nebenbei hören wollen und die, die auch wirklich sehr konzentriert einfach Weltmusik hören wollen und die Augen zumachen. Aber ich denke es gibt auch Leute die wollen der Musik vielleicht doch so den nächsten Kick geben und ich glaube da ist VR schon ein gutes Medium um dieses Eintauchen in die Musik auch wirklich erlebbar machen zu können.”

    Hier geht es zum nächsten Teil